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UpperThurgau: Gemeinsam mehr aus unseren Stärken machen

Der Oberthurgau verfügt über eine vielfältige und leistungsfähige Wirtschaft. Internationale Industrieunternehmen, erfolgreiche KMU und ein starkes lokales Gewerbe prägen die Region. Mit UpperThurgau entsteht eine gemeinsame Plattform, die diese Stärken sichtbarer machen, bestehende Netzwerke verbinden und neue Formen der Zusammenarbeit ermöglichen will. Weshalb engagieren sich Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Verbänden und Politik dafür?

Eine gemeinsame Perspektive für den Wirtschaftsraum

Der Oberthurgau hat wirtschaftlich einiges zu bieten. Zahlreiche Unternehmen sind weit über die Region hinaus erfolgreich. Gleichzeitig bestehen zwischen den Gemeinden, Branchen und Wirtschaftsverbänden vielfältige Beziehungen, auf denen sich aufbauen lässt.

Für Kevin Länzlinger, Präsident des Vereins UpperThurgau und Gemeindepräsident von Roggwil, liegt darin der Ausgangspunkt der neuen Initiative.

«Wir müssen im Oberthurgau nicht bei null anfangen. Wir haben erfolgreiche Unternehmen und gut funktionierende Netzwerke. UpperThurgau soll dazu beitragen, diese Stärken besser miteinander zu verbinden und unsere Region als gemeinsamen Wirtschaftsraum weiterzuentwickeln.»

Dabei geht es nicht darum, bestehende Strukturen zu ersetzen. Die lokalen Gewerbevereine und regionalen Arbeitgebervereinigungen behalten ihre Aufgaben und ihre Eigenständigkeit. UpperThurgau will sie dort ergänzen, wo gemeinsame Interessen über Gemeinde- und Verbandsgrenzen hinausgehen.

Unterschiedliche Unternehmen, gemeinsame Interessen

Die wirtschaftliche Vielfalt ist eine der grossen Stärken des Oberthurgaus. So unterschiedlich die Bedürfnisse international tätiger Unternehmen und lokaler Gewerbebetriebe auch sind, bei vielen Herausforderungen lohnt es sich, gemeinsame Lösungen zu suchen. 

Andrea Roth, CEO von Geobrugg und Präsident der Arbeitgebervereinigung Region Romanshorn, bringt die Perspektive der Industrie ein.

«Für unsere Unternehmen sind qualifizierte Mitarbeitende, gute Standortbedingungen und der Zugang zu neuen Technologien wichtig. Bei solchen Herausforderungen können wir davon profitieren, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Möglichkeiten zu nutzen.»

Für Roland Kauderer, Inhaber der Öpfelfarm und Präsident des Gewerbevereins Egnach, steht die praktische Zusammenarbeit im Vordergrund.

«Im Gewerbe sind persönliche Kontakte wichtig. Man kennt sich, tauscht sich aus und unterstützt sich gegenseitig. Wenn wir diese Beziehungen über die eigene Gemeinde hinaus erweitern, können auch kleinere Betriebe davon profitieren.»

Die unterschiedlichen Perspektiven zeigen: UpperThurgau soll nicht für alle Beteiligten dasselbe leisten müssen. Vielmehr geht es darum, gemeinsame Interessen zu erkennen und passende Verbindungen zu schaffen.

Den Wirtschaftsraum gemeinsam sichtbar machen

Ein weiteres Anliegen ist die stärkere Wahrnehmung des Oberthurgaus als Wirtschafts- und Arbeitsstandort.

Lukas Gmür, Geschäftsführer von Gesamtwerkagentur und Präsident der Arbeitgebervereinigung Region Arbon, sieht darin eine Chance für die bestehenden Wirtschaftsorganisationen.

«Unsere Verbände sind in der Region gut verankert. Wenn wir unsere Kräfte bei übergeordneten Themen bündeln, können wir dem Wirtschaftsraum mehr Gewicht verleihen, ohne unsere lokale Eigenständigkeit aufzugeben.»

Wie das konkret aussehen könnte, erläutert Samuel Struhs von der Standortförderung Arbon, der den Aufbau von UpperThurgau begleitet.

«Ein gemeinsamer Auftritt von Oberthurgauer Unternehmen an Talent- und Karrieremessen wäre ein konkreter Ansatz. So könnten wir nicht nur für einzelne Arbeitgeber werben, sondern auch zeigen, wie die beruflichen Perspektiven in unserer Region aussehen.»

Langfristig soll es selbstverständlich werden, den Oberthurgau neben den einzelnen Gemeinden auch als zusammenhängenden Wirtschaftsraum wahrzunehmen.

Raum für Austausch und gemeinsame Vorhaben

Neben der gemeinsamen Positionierung will UpperThurgau die Zusammenarbeit bei konkreten Herausforderungen fördern. Dafür steht unter anderem das ImpactLab zur Verfügung, das aus dem bisherigen ZIKpunkt hervorgeht.

Martin Mäder, Mitinhaber und Geschäftsleiter von CE Concept Energy sowie Vorstandsmitglied des Gewerbevereins Thurgau oberer Bodensee, betont den praktischen Nutzen.

«Der Austausch zwischen Unternehmen ist wertvoll. Besonders interessant wird es, wenn daraus neue Kontakte, gemeinsame Ideen oder konkrete Projekte entstehen, die den Beteiligten etwas bringen.»

Das ImpactLab soll Unternehmen und weitere Partner bei solchen Vorhaben zusammenbringen. Die Initiative kann Kontakte vermitteln, den Austausch erleichtern und Projekte anstossen. Ob und wie diese umgesetzt werden, entscheiden die beteiligten Unternehmen und Organisationen. 

Eine gemeinsame Aufgabe von Wirtschaft und Gemeinden

Auch die öffentliche Hand spielt bei der Entwicklung des Wirtschaftsraums eine wichtige Rolle. Gemeinden gestalten wesentliche Rahmenbedingungen und können die Zusammenarbeit über ihre Grenzen hinweg unterstützen.

Roger Martin, Präsident der Region Oberthurgau und Stadtpräsident von Romanshorn, sieht darin eine wichtige Ergänzung zur Arbeit der Unternehmen und Verbände.

«Die wirtschaftliche Entwicklung macht nicht an Gemeindegrenzen halt. Deshalb ist es sinnvoll, bei gemeinsamen Anliegen auch regional zu denken und die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und öffentlicher Hand zu stärken.»

Gilbert Piaser, Geschäftsleiter von UpperThurgau, begleitet die organisatorische Umsetzung. Für ihn ist entscheidend, dass die Initiative auf den bestehenden Strukturen aufbaut und die Unternehmen aktiv einbezogen werden.

«UpperThurgau soll von den Bedürfnissen der Wirtschaft getragen werden. Unsere Aufgabe ist es, die Zusammenarbeit zu erleichtern und gemeinsam mit den bestehenden Organisationen sinnvolle Aktivitäten zu entwickeln.»

Ein Anfang, auf dem sich aufbauen lässt

Mit UpperThurgau schaffen Unternehmen, Wirtschaftsverbände und Gemeinden eine gemeinsame Grundlage, um den Oberthurgau wirtschaftlich weiterzuentwickeln.

Der Erfolg der Initiative wird sich auf unterschiedliche Weise zeigen: wenn die Region als Wirtschaftsraum stärker wahrgenommen wird, wenn bestehende Netzwerke enger zusammenarbeiten und wenn daraus neue Möglichkeiten für Unternehmen entstehen.

Die Voraussetzungen sind vorhanden. Nun geht es darum, sie gemeinsam zu nutzen.

UpperThurgau – Die Impact Region.