Was aber hilft denn weiter?
Dass es nicht nur um Standortpolitik geht, zeigte sich davor bereits in den Themenforen. «Ich will wissen, wer mir bei einem Problem konkret weiterhelfen kann», erklärt Roland Kauderer, Inhaber der Öpfelfarm. Barbara Bosshart, Geschäftsführerin von Pro Nautik, wünscht sich eine Plattform, die neue Zusammenarbeitsformen aufzeigt und ermöglicht.
Und Walter Eggenberger von der Thurgauer Kantonalbank Romanshorn schätzt zwar die kurzen Wege zu Gemeinden, Politik und Wirtschaft. «Ich wünsche mir aber mehr Miteinander statt Gärtchendenken. Auch wenn das in den letzten Jahren schon besser geworden ist», sagt er.
Besonders deutlich wurde der Handlungsbedarf beim Thema Fachkräfte. «Wir haben einen Brain Drain», warnt Andreas Schmid, Präsident des Industrievereins Amriswil. «Gut ausgebildete Menschen verlassen die Region, obschon es hier innovative Unternehmen gibt. Aber wissen sie das auch?».
Upper Thurgau. Die gemeinsame Adresse.
Aus den vielen Gesprächen wurde klar, was Unternehmen vermissen: eine Anlaufstelle, die bestehende Angebote sichtbar macht, Kontakte vermittelt und den Austausch über Branchen- und Gemeindegrenzen hinweg ermöglicht.
Mit der offiziellen Lancierung von Upper Thurgau erhält dieser Wunsch jetzt eine Form. Denn die neue Initiative bietet Hand für die Herausforderungen in vier Handlungsfeldern: Innovation, Netzwerk, Talents und Branchen-Clusters. So können sich Unternehmen vernetzen, Erfahrungen austauschen, neue Partner finden. Und gemeinsam Lösungen finden.
«Wenn wir unsere Stärken und Expertisen besser bündeln, können wir als Wirtschaftsraum mehr erreichen als jeder für sich allein», erklärt Upper Thurgau Präsident Kevin Länzlinger.
Leinen los. Und Kurs halten.
Beim anschliessenden Stehlunch war schnell zu hören: Die Initiative stösst auf offene Ohren. Sebastian Kuster verspricht sich insbesondere für KMU’s viel vom Austausch über Unternehmensgrenzen hinweg. Und Lukas Rösch wird konkret: «Heute ist es fundamental wichtig, dass wir innerhalb unserer Branchen miteinander sprechen. Dass wir uns nicht nur als Mitbewerber sehen. Vielmehr können wir gerade in Themen wie Digitalisierung und Innovation gemeinsam viel mehr erreichen».
Daniel Eugster, Geschäftsführer der Eugster Group, brachte es auf den Punkt: «Jetzt haben wir alles. Wir müssen es nur noch machen.»