Auch die beste Anlage hat ein Ablaufdatum.
Ernst Möhl, Verwaltungsratspräsident der Mosterei Möhl, spricht über seine Abfüllanlage wie über eine treue Weggefährtin. Seit bald 25 Jahren läuft sie. Zuverlässig, und ziemlich viel, wie der Patron versichert. Aber er muss auch die Zukunft planen. «Das ist wie bei einem Mercedes mit 500'000 Kilometern auf der Uhr», schmunzelt er.
Geplant ist also eine neue Abfüllanlage. Alte raus, Neue rein? So einfach geht’s nicht. Einerseits ist die neue Anlage 50% leistungsfähiger und damit auch massiv grösser. Andererseits muss während der Umstellung weiter abgefüllt werden. Möhl braucht also einen Erweiterungsbau. Rund 12 Millionen Franken wird er kosten. Genauso viel veranschlagt Ernst Möhl für die Abfüllanlage selbst. «Für uns eine riesige, aber überlebensnotwendige Investition».
Los geht’s, lange bevor die Bagger kommen.
Dass gebaut werden muss, weiss Möhl also schon länger. Entsprechend früh wurden hier die Voraussetzungen geschaffen. Zusätzlicher Boden musste gekauft, ein Teil davon umgezont werden. Ein Gestaltungsplan war nötig, später das Baugesuch. Und weil das Areal an Wohngebiet grenzt, ging es auch um Abstände und die Interessen der Nachbarschaft. Potenziell also viele Stolpersteine.
Die Mosterei Möhl wartete deshalb nicht, bis alle Pläne fertig auf dem Tisch lagen. Das Unternehmen suchte früh den Kontakt zu Stadt, Kanton und Nachbarn. Für Ernst Möhl ist das nichts Aussergewöhnliches. Eher etwas, das zum Unternehmertum gehört.